Das zweite 2:2-Remis in Folge wurde erneut in allerletzter Sekunde entschieden – diesmal leider zum Leidwesen der Deckenpfronner Zweiten. Über 90 Minuten hinweg war das Team von Spielertrainer Timo Braun die bessere Mannschaft, wurde aber in der ersten und letzten Aktion des Spiels von der Rohrauer Kaltschnäuzigkeit bestraft. Braun selbst spielte einen Fehlpass und die Gastgeber brachten eine Flanke in den unsortierten SVD-Sechzehner. Dann langte auch noch Kapitän Michael Stöffler im Tor ins Leere und der Fehlstart war perfekt (1.). Doch die Mannen in Grün ließen sich davon nicht lange beirren und waren ihrerseits ebenfalls mit dem ersten Torschuss erfolgreich. Mittelfeldmann Patrick de Biasio durfte auf der Zehnerposition ran und zahlte das Vertrauen direkt mit einem Tor zurück. Auf Vorlage von Yannick Yalcin netzte der 28-jährige ein (3.).
Weitere gute Chancen wollten nicht rein und die Deckenpfronner Offensivkräfte vergaben reihenweise. Nach dem Seitenwechsel kam Max Schöneberg für Luis Roth, wodurch der SVD II seine Dominanz weiterhin auf den Platz bringen konnte. Bis diese dann auch auf der Anzeigetafel sichtbar war, dauerte es bis zu 81. Minute. Wieder legte Yalcin vor, diesmal mit einem Eckball und wieder war de Biasio zur Stelle. Die scharfe Flanke drückte er zum 2:1 über die Linie.
Danach war das Spiel eigentlich durch. Mit den Wechseln wurde versucht noch Zeit von der Uhr zu nehmen. Die angezeigten drei Minuten Nachspielzeit waren längst überschritten, als es zum Aufreger der Partie kam. Ein Freistoß segelte in Richtung SVD-Strafraum und Timo Braun verlängerte den Ball unfreiwillig. Der eingewechselte Steffen Marquardt postierte sich richtig und klärte den Ball vor den heranrauschenden Gegenspieler, der am 1,84m-Mann abprallte. Für 22 Männer auf dem Spielfeld war es eine klare Situation, nur der eine an der Pfeife sah es anders und entschied zum Entsetzen der Deckenpfronner auf Strafstoß. Alles Lamentieren half nichts. Der Rohrauer Stürmer blieb treffsicher und nahm das Geschenk an (90.+6). Spielstand 2:2 und dann war Schluss. „So was Lächerliches hab ich noch nie erlebt“, war Marquardt außer sich. „Klar muss man froh sein, dass überhaupt jemand in der Kreisliga B pfeift, aber bei so einer Leistung, kann man auch ohne Schiri spielen“, sagte der schuldlose Verursacher des Elfmeters angesichts der zahlreichen Fehler des Unparteiischen, die beide Mannschaften während des Spiels ertragen mussten. Der verletzte Co-Trainer Patrick Wolf sah derweil noch andere Gründe für die „verlorenen zwei Punkte. Wir hätten unsere Chancen nutzen müssen und den Sack früher zu machen.“ Die Kiste Bier gabs nach dem Spiel trotzdem. Auch wenn sie mit drei Punkten im Gepäck sicherlich besser geschmeckt hätte.