Eigentlich geht es für den SVD II in dieser Saison um nichts mehr. „Die haben noch die Chance auf die Relegation und müssen gewinnen“, sagte Spielertrainer Timo Braun über den Gegner vor dem Duell gegen die albanische Mannschaft des Drittplatzierten aus Sindelfingen. Doch die Gastgeber spielten nicht wie ein Spitzenteam. Ganz im Gegenteil: Der SVD II übernahm von Beginn an die Spielkontrolle. „Der Gegner wird auf unsere Fehler lauern und mit langen Bällen agieren“, wusste Braun den Kontrahenten gut einzuschätzen. Doch genau so ein Fehler unterlief ihm und seiner Hintermannschaft und K.F.I.B. ging Mitte der ersten Halbzeit in Führung (22.). Fabian Schmidt vertrat den abwesenden Kapitän Michael Stöffler im Tor und musste hinter sich greifen. Danach wurde die Partie zunehmend intensiver und es gab harte Foulspiele auf beiden Seiten. Luis Roth wars egal, denn der wuselige Zehner traf noch vor der Pause zum verdienten Ausgleich (38.).
Die zweite Halbzeit sollte keine schöne werden, denn der Fußball geriet zwischenzeitlich zur Nebensache. Luis Roth bekam am Boden liegend einen Tritt ins Gesicht. Patrick de Biasio wurde angespuckt und Cedric Kugel im Genick gepackt. Das Alles geschah hinter den Augen des überforderten Schiedsrichters. Dazu noch ausfällige Kommentare in allen Sprachen, denen die Hausherren mächtig zu sein schienen – außer auf Deutsch. Der aggressiven Stimmung entgegnete der SVD II mit Fußball. Die SVD-Abwehr wackelte im zweiten Durchgang zwar hin und wieder, doch Schmidt im Tor glänzte das ein ums andere Mal und der junge Yannick Yalcin spielte in der Innenverteidigung eine klasse Partie. Kurz vor Schluss gelang dem SVD II dann der Siegtreffer. Karim Fordjanis Eckball köpfte Vize-Kapitän Patrick de Biasio zum 2:1 ein (88.). Danach galt es noch ein paar knappe Situationen zu überstehen und mit Auswechslungen versuchte Patrick Wolf an der Seitenlinie Zeit von der Uhr zu nehmen.
Schließlich pfiff der Unparteiische ab und der SVD II hat sich dank einer disziplinierten Leistung drei Punkte erkämpft. „Wir uns heute nicht vom Gegner anstecken lassen und uns aufs Fußball spielen konzentriert“, freute sich Timo Braun, der auf dem Platz überraschend ruhig blieb. „So einer Truppe tust du fußballerisch am meisten weh und genau das haben wir heute getan.“
Siegerbier gabs vor Ort keines und das Umziehen in den Containern war auch eher ungemütlich. „Zwar schön, dass wir gewonnen haben, doch Spaß hat das heute keinen gemacht“, lautete das Fazit von Patrick Wolf.